Dubai: Geister-Großstadt der Zukunft?

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Nach Dubai wollte ich immer, die Beweggründe waren aber tendentiell nieder. Die emsige Wüstenstadt im Nirgendwo ist nicht der Urlaubsstoff, aus dem Hängematten gestrickt sind. Architektonischer Katastrophentourismus, gebaute Sensationen, die sich nach einigen Stunden selbst ersticken – da konnten immer andere Ziele gewinnen. Auf dem Rückweg von Manado/Sulawesi nach Berlin setzte mich Ethihad für 14 Stunden in seiner Hauptstadt Abu Dhabi ab. Zeit genug für einen Ausflug zum Burj Khalifa und den Konsum eines Kaffees vor der Tür der Dubai Mall. Das Getränk verwandelt sich rekordverdächtig von Eis zu heiß in unter fünf Minuten – während sich vor dem Turm eine zirkusverdächtige Wasserschau abspielt. Sich für länger außerhalb der Windweite eines AirCon aufzuhalten ist nicht „as the locals do“. Atmen wird schnell schwer. Die Straßen sind wie leergefegt, die Bewohner retten sich aus den Gebäuden gleich in ein auf Gefriertemperaturen gekühltes Auto. Vielleicht gibt Dubai damit ja schon einen Vorgeschmack auf andere Zeiten, dann nämlich wenn das Öl mal nicht mehr selbstverständlich ist, hier draußen im Nirgendwo. Wenn der Bau-Boom stoppt, die Kräne und Bagger verschwinden und die Ingenieure, Bauarbeiter und Architekten nicht mehr gebraucht werden. Dann wird die Wüste die Dubai-Diskussion von sich aus wieder anheizen.

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