Eins aus Zwei für Drei

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Im Berliner Winsviertel teilen sich drei Freunde eine frisch renovierte Wohnung. Um genug Platz zu haben, wurden zwei Einheiten auf drei Etagen zu einem weitläufigen Verbund zusammengeführt. Studio llot llov aus Berlin brachte die Räume stilistisch zusammen – mit Pudertönen, modularen Interaktionslandschaften und Charaktermöbeln.

MaBu nennen die Bewohner ihr zeitgenössisches Wohnprojekt, nach seiner Adresse Marienburger Straße im ruhigeren Teil vom Prenzlauer Berg. Es ist das Projekt dreier Freunde, die auf etablierte Weise nicht zu Nachbarn, sondern zu Mitbewohnern werden wollten. Zwei separate Wohnungen wurden mit einem Durchbruch zu einer einzigen und bieten jetzt eindrucksvolle 220 Quadratmeter. Die großen Gemeinschaftsbereiche Küche und Wohnzimmer sind geräumige und einladende Interaktionsflächen, die auch zur Rückzugsinsel werden können. Gestaltet wurde MaBu von Jacob Brinck und Ania Bauer vom Studio llot llov, deren Handschrift sich konsequent durch die Räume zieht. Sanfte Nuancen zwischen kühlen und pastelligen Tönen treffen auf warme Materialien wie Seekiefer oder gewachstes Kupfer.

Möbel fürs Leben
Dabei greifen die beiden Gestalter nicht auf Katalogmöbel zurück, sondern ergänzen die Produkte des eigenen Labels Artworkshop mit maßgeschneiderten Lösungen, die auf Raum und Nutzeransprüche reagieren. Eine zentrale Anforderung der Bewohner war, ausreichend Platz für Gäste zu haben. Sowohl der Tisch aus historischen Berliner Bohlen direkt im Eingang als auch die Couch im Wohnzimmer sind deshalb großzügig angelegt. Herzstück des Essbereichs ist eine Tafel, die mit dem rauen Charakter des Holzes keine Rücksicht fordert und zu Dinnern einlädt, die in Partys enden. Fixelement ist die längs der Wand positionierte massive Bank mit gemütlicher Sitztiefe. Ihr gegenüber stehen leichte Drahthocker mit Korkauflage, die mit einem Handgriff um den Tisch, aber auch durch die ganze Wohnung wandern können.

Maßgeschneiderte Liegewiese
Flexibilität bestimmt auch das Wohnzimmer mit reaktionsfreudigen Sofamodulen auf zwei Sitzebenen. Der Raum folgt der Idee einer Lounge-Architektur, die mit weißen Wänden und grau-blauen Holzelementen erst einmal zurückhaltend angelegt ist. Farbe kommt mit Polstern ins Spiel. Nach dem Tetris-Prinzip fügen sich die großen Kissen voreinander und übereinander zur Landschaft, und durch die Dosierung der Kissen lässt sich die Sitzposition steuern. Thematisch setzt das Wohnzimmer auf gepuderte, sommerliche Töne zwischen Rosa, Beige und Blau. Einzelne Module lassen sich verschieben und bilden zusammenhängende Liegeflächen oder weitere Sitzoptionen. In die Wand eingepasste Regale bieten Stauraum, Pflanzkästen bringen ebenso wie die übergroßen, geknüpften Blumenampeln dosiertes und gezähmtes Grün in die Wohnung. Ein Rezept, das dem Wunsch der Eigentümer nach subtropischen Los Angeles-Zitaten gerecht wird.

Kochlabor
Ebenso wie Wohn- und Essbereich ist auch die Küche auf die Nutzung durch viele Personen angelegt. Der vier Meter lange Tresen verläuft nicht an der Wand, sondern ist als einseitige, an der Schmalseite angebundene Insel ausgeführt. Eine Lösung, die dafür sorgt, dass sich viele an der Zubereitung beteiligen können. Als Arbeitsplatte für die Theke wurden bewusst Materiallien gewählt, die die Spuren ihres Gebrauchs und des WG-Lebens zeigen. Eine gewachste Kupferplatte liegt auf dem weißen, aus Beton gegossenen Unterbau der Insel auf. Mit der Zeit wird das glänzend rote Metall Patina annehmen und nicht nur seinen eigenen Charakter, sondern auch den des Raumes verändern. Scheinwerfer und Sicherheitssteckdosen sind als Arbeitsplatzbeleuchtung von einem schwarzen Metallgestell abgehängt und geben der Küche eine wohnliche Werkstatt-Atmosphäre. Das MaBu-Apartment ist kein durchästhetisierter Schauraum, sondern sendet mit rustikalen Tischen, Lounge-Landschaften und verwitternden Arbeitsplatten Signale an Bewohner und Gäste: Hier wird gewohnt und gelebt, und das darf – oder soll man auch sehen.

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